Die älteste Forschungsrichtung zur konstitutionellen Revolution von 1640/41 ist die Whig-Geschichtsschreibung, benannt nach einer politischen Partei. Nach Auffassung ihrer Vertreter (z.B. Gilbert Burnet) ist die Geschichte dieser Zeit geprägt von der ideologischen Auseinandersetzung zwischen Parlament und Krone. Das prinzipiell freiheitlich gesinnte England (repräsentiert von den Abgeordneten) wurde durch die absolutistischen Tendenzen unter den Stuart-Königen bedroht. Auch die religiöse Überzeugung der puritanischen Abgeordneten spielte eine große Rolle („Puritan Revolution“). Die Whig-Historiker konstruierten einen einfachen Gegensatz zwischen „guten“ Parlamentariern und „bösen“ Stuarts. Die Interpretation der Glorious Revolution folgt dem gleichen Schema: Wilhelm von Oranien kam als Retter Englands vor dem Absolutismus. „Glorreich“ wurde diese Revolution auch wegen des endgültigen Rückschlags des Absolutismus in England, des Beginns der englischen Weltmacht, der relativen Gewaltlosigkeit und der göttlichen Zustimmung zu Wilhelms Ankunft genannt. Insgesamt betreibt diese Forschungsrichtung eine sehr teleologische Deutung, in der dem Kampf um die Freiheit der Sieg und die Verbreitung der Freiheit im gesamten späteren Empire folgen. Eine solche monokausale Sichtweise ist auf jeden Fall problematisch.
Eine zweite Richtung, die „Wirtschaftstheorie“, nimmt an, die Besitzverhältnisse bzw. deren Verschiebung im 16. Jahrhundert sei die Ursache des Konfliktes von 1640/41. Die Enteignung der Kirche durch Heinrich VIII. und der Verkauf ihrer Ländereien an die Gentry (Landadel) ließ deren soziale und wirtschaftliche Bedeutung stark steigen. Daraufhin forderte die selbstbewußtere Gentry auch politische Mitsprache, wobei das fast nur mit ihren Mitgliedern besetzte Unterhaus zu ihrem Instrument wurde. In der Revolution standen sich also Gentry / Parlament und König gegenüber. Diese einfache Erklärung ließ sich nicht verifizieren, worauf ein Gegensatz zwischen court und country angenommen wurde: ein Teil der Gentry stieg zum korrupten Hofadel auf, während die übrigen Landadeligen nicht an den Patronagen teil hatten, so daß es innerhalb der Gentry zum Konflikt kam. Auch diese These ist nicht belegbar: die wirtschaftlichen Verhältnisse spielten definitiv keine große Rolle im konstitutionellen Konflikt.
Nach der marxistischen Deutung waren die Puritaner bereits Repräsentanten einer frühbourgeoisen Klasse, und die konstitutionelle Revolution war eine Revolution der Bürger gegen den Feudalismus. Vertreter dieser Richtung ist z.B. der frühe Christopher Hill.
Lawrence Stone hat mit seinem ausgesprochen wichtigen Werk The Causes of the English Revolution, 1529 - 1642 (London 1972) großes Aufsehen erregt. Er nimmt drei Gruppen von Gründen an:
Er bezieht sich dabei auf das Revolutionsmodell von Chalmers Johnson, das sich hervorragend für die Beschreibung der Vorgänge in England eignet.
Die weite Kritik an Stones Buch bildete in den 70er und 80er Jahren die neue Richtung der Revisionisten. Der Historiker Elton kritisierte, das 16. Jahrhundert sei für Stone nur ein „highway to civil war“. Auf dieser Kritik baute die gesamte Forschungsrichtung auf. Ihre Vertreter negierten länger- und mittelfristige Voraussetzungen der Revolution, sowohl politisch-ideologischer als auch sozialer Art. Ihrer Meinung nach gab es keine tyrannischen Stuarts, ihre Regierung war stabil und unangefochten. Erst zu Beginn der 1640er Jahre führte eine Reihe unglücklicher Umstände (Finanznot, schlechte Berater und starre Haltung des Bürgertums) zur Rebellion, nicht etwa zur Revolution. Mark A. Kishlansky zeigte in The Rise of the New Model Army (Cambridge 1979), daß sich die parlamentarische Armee erst nach 1640 radikalisierte. Conrad Russell, ein führender Revisionist, stellte in The Crisis of Parliaments. English History 1509 - 1660 (London 1971) (also schon vor Stones Publikation) heraus, daß das Parlament bis in die 1640er Jahre keine feste Institution war (James konnte sogar bis 1621 ohne Parlament herrschen), so daß der Gegensatz Parlament - Krone unwichtig war. Diese Sichtweise ist ebenfalls serh problematisch. Bis in die späten 80er Jahre beherrschten die Revisionisten die Geschichtsforschung. Noch 1992 veröffentlichte Kevon Sharpe mit The Personal Rule of Charles I. (New Haven 1992) einen revisionistischen Beitrag, in dem die Bischofskriege als Ursache der Rebellion bezeichnet werden.
Die neueste Richtung repräsentiert erneut Conrad Russell, der in The Fall of the British Monarchies, 1637 - 1642 (Oxford 1991) auf die Dreiheit des Königtums als Ursache der Revolution Bezug nimmt. Als Überblick über den Forschungsstand bietet sich Ronald G. Aschs Artikel in der Zeitschrift für Historische Forschung 22 (1995) an. Drei deutsche Werke von Peter Wende (1980), Hans-Christoph Schröder (1986) und Kaspar von Greyerz (1994) bieten sich als Gegengewicht zu der von den Revsionisten beherrschten englischen Literatur an.
Die Glorious Revolution wurde ursprünglich konservativ beurteilt: bis in die 1950er Jahre galt sie nicht als echte Revolution, sondern als gemeinsam getragene, friedliche Übergabe der Macht an Wilhelm von Oranien. Lois G. Schwoerer machte darauf aufmerksam, daß die moderate Sprache der Quellen eine bewußte Täuschung der Zeitgenossen durch die Politiker war. Wilhelm kam nicht völlig uneigennützig als Retter (er brauchte die englischen Truppen) und die Revolution war nicht friedlich, wenn es auch nicht zu größeren Gefechten kam. Unklar bleibt weiter, ob Jakob tatsächlich absolutistische Tendenzen hatte. William Speck präsentiert in Reluctant Revolutionaries. Englishmen and the Revolution of 1688 (Oxford 1988) sämtliche Deutungsmuster im Überblick.