Noch brisanter war die Religionsfrage in Irland. Protestantische Kolonisten aus England und Schottland besaßen 80% des irischen Grundbesitzes, die katholische irische Bevölkerung wurde neben ihren freiwilligen Abgaben an die katholische zu weiteren Abgaben an die anglikanische Kirche gezwungen. Das schlechte Bildungssystem und die Armut führten zu einem dauernden Kleinkrieg zwischen Iren und Engländern. Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges kam die Idee einer irischen „Revolution“ auf: Man forderte ein unabhängiges Parlament, Konzessionen für den englisch-irischen Handel, eine Reform des Wahlrechts und die Aufhebung der Benachteiligung von Katholiken und dissenters. Zwischen 1779 und 1789 erzielten die Iren einige Erfolge, wie etwa 1782 die Rücknahme des declaratory act von 1719, die dem irischen Parlament die legislative Unabhängigkeit sicherte. Weil aber weniger als 50% der Abgeordneten frei, die übrigen aber von den protstantischen Landbesitzern gewählt wurden, weil außerdem die Exekutive weiter in den Händen des englischen Lord Lieutenant und des Chief Secretary lag, war die erreichte Unabhängigkeit eher „philosophisch“.
Obwohl die Bevölkerung in Irland nach der Einführung der nahrhaften Kartoffel rasant anstieg (1750: 3 Mill., 1780: 4. Mill, 1800: 5 Mill.), traten die negativen Folgen der Überbevölkerung erst im 19. Jahrhundert auf. Zunächst kam es durch die Aufhebung der Handelsschranken und den Ausbau der Transportwege zur Herausbildung einer Mittelschicht, die sich einen gewissen Luxus (wie Tapeten, Porzellan, Möbel und aufwendige Kleidung) leisten konnte. Neben der wirtschaftlichen Verbesserung und den – wenn auch marginalen – politischen Zugeständnissen gab es auch einen kulturellen Aufschwung in den großen Städten Dublin und Belfast. In den 90er Jahrne radikalisierte sich die Mittelschicht angesichts der französischen Revolution: Der Anwalt Theobald Wolfetone gründete 1791 die Society of United Irishmen mit dem Ziel einer Aufhebung der religiösen Diskriminierung in Wirtschaft und Politik. Nicht nur das protestantische Establishment in Irland, auch die politische Fürhung in London mußte wegen des englisch-französischen Krieges ein unabhängiges Irland als französische Invasionsbasis fürchten. Tatsächlich suchte Wolfetone bereits ein Bündnis mit Frankreich zur Unterstützung seiner Revolution. Statt hart durchzugreifen, machte die britische Regierung Konzessionen: Die katholischen Iren durften Waffen tragen, kommunale Ämter besetzen und erhielten das passive Wahlrecht. Da aber das Wahlrecht weiterhin an Landbesitz gebunden war und sich nur auf weniger als die Hälfte der Parlamentssitze beschränkte, änderte sich faktisch kaum etwas. Das irische Mißtrauen wurde bestätigt, als London zwischen 1793 und 1796 das irische Rechtssystem aushöhlte und die Jagd auf Rebellen eröffnete. Ein Aufstnad 1798 scheiterte kläglich: England war von Spitzeln informiert worden und konnte die meisten Anführer verhaften. Einer der wenigen adeligen Aufständischen, Lord Edward Fitzgerald wurde tödlich verwundet, Wolfetone beging in der Haft Selbstmord. Fitzgerald wollte die bürgerlichen Ideale der französischen Revolution verwirklichen, die meisten Iren wurden dagegen von Haß auf die Engländer getrieben. Trotz der raschen Niederschlagung war die Rebellion für England in Kriegszeiten nicht ungefährlich. Mit dem Act of Union 1801 endete schließlich die irische Unabhängigkeit per Beschluß des irischen Parlaments, wobei London einen Großteil der Abgeordneten bestechen mußte.