Die Mehrheit der Bevölkerung. Arbeitgeber. Gewerkschaften. Sozialverbände. Das Grundgesetz. Der Koalitionspartner. Die eigenen Leute. Und natürlich die Sozen.
Vielleicht will die Bundeskanzlerin mit dem Betreuungsgeld demonstrieren, dass sie eben doch prinzipienfest sein kann.
Computer sind unoriginell und unüberwachbar, Menschen werden dagegen in großem Stil überwacht.
Leider lässt sich daraus nicht ableiten, dass alle überwachten Menschen besonders originell sind.
Joachim Herrmann hat ein Verständnisproblem:
Ich verstehe nicht, welches Problem Einzelne damit haben, wenn in Schulen das Symbol unseres christlichen Glaubens hängt. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland sieht darin nach wie vor die entscheidende Prägung unseres Landes. Zur Religionsfreiheit gehört auch, dass eine andersdenkende Minderheit das akzeptiert.
Da helfe ich doch gern! Einzelne (z.B. ich) haben überhaupt kein Problem mit einem Kruzifix. Ich finde es sogar ganz hübsch. Ich habe aber sehr wohl Einwände, wenn ein säkularer Staat die Verwendung bestimmter religiöser Symbole in staatlichen Einrichtungen vorschreibt. Das ist ja fast so, als würde er für die Kirchen den Zehnten eintreiben! Moment ...
Seit der Lektüre eines Artikels über Dr. Ignaz Semmelweiß verstehe ich die Abneigung von Hebammen gegen evidenzbasierte Medizin: Wer büßt schon gern einen haushohen Vorsprung bei der erfolgreichen Geburtshilfe ein? Und dann auch noch durch eine schnöde Substanz wie Chlorkalk?
Während das gesamte Internet angehalten wird, auf brachiale SEO-Taktiken und allzu viel Werbung zu verzichten, baut Google seine Startseite schrittweise zur AOL-Gedenkstätte aus. Auf den ersten Blick sieht das nach gelassenem Absolutismus aus, tatsächlich steht hinter allen G+-Links offenbar die nackte Angst.
Ein gewichtiges Argument für die Kölner Lokalpresse sind die regelmäßigen Zeitreisen in den Provinzjournalismus der Adenauer-Ära, zum Beispiel mit einem angewiderten Bericht von der Art Cologne:
Die Sinnfrage stelle ich mir auf solchen Veranstaltungen schon lange nicht mehr. Wieso auch? Viele Kunstwerke sind einfach nur abscheulich, ein weiterer Beleg für die Grenzenlosigkeit menschlicher Abgründe. Die Rede ist von Nahaufnahmen entblößter Geschlechtsteile jeglicher Art.
Seitdem mein Mac nicht mehr unangreifbar ist, fühlt sich auch mein Administrator-Account etwas zu machtvoll an. Die von Sicherheitsfachleuten empfohlene Lösung – eine Selbstdegradierung zum Standardnutzer – führt dazu, dass ich jetzt vier unterschiedliche Passwörter (Standard, Admin, Root, 1Password) memorieren muss. Zum Glück lassen sich base ebony foggy ml isaac
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und kerr it&t hash gab cluj
ähnlich gut auswendig lernen wie meine bestehende Würfelphrase. Oder waren es hash ebony foggy habib ee
, rhoda ml isaac prep mousy
und kerr it&t gab cluj base
? Egal – von mir lernen meine Kinder jedenfalls nicht, leichtfertig mit Passwörtern umzugehen.
Die Piratenpartei findet sich erstaunlich schnell in die Logik der Landespolitik ein:
Das Saarland macht sich kaputt, wenn es die Bremse nicht durchsetzt, denn dann sind wir am Ende bankrott und es gibt eine Zusammenlegung mit anderen Bundesländern. [...] Sparen kann man etwa bei der öffentlichen Verwaltung. Und ich persönlich plädiere für eine Zusammenlegung der Landkreise, auch das spart Geld ein.
Vermutlich treten die Piratinnen und Piraten noch etwas geschmeidiger auf, wenn sie demnächst im Landkreistag Saarland vertreten sind.
Meine instinktive Abneigung gegen PHP lässt sich offenbar gut begründen.
Angesichts der Verbreitung von Smartphones entwickeln traditionelle und hypermoderne US-Banken nicht etwa Ideen für NFC-Zahlungsverkehr, sondern Apps zum Einreichen von Schecks per Foto. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass US-Amerikaner an papiernen Schecks noch verbissener festhalten als an dem Recht auf Milizentum.
Das Auftauchen des Flashback-Trojaners hat mir die Illusion eines sicheren Macs geraubt. Und da ich zu konsequenten Lösungen neige, wird Oracle damit leben müssen, dass die Basis fast aller Arten von Netzwerkanwendungen und der globale Standard zur Entwicklung und Bereitstellung für mobile Anwendungen, Spiele, webbasierte Inhalte und Unternehmenssoftware
auf meinem System deaktiviert ist. Wie auch die plattformübergreifende, Browser-basierte Laufzeitumgebung für die hochwertige Wiedergabe von interaktiven Applikationen und Multimedia
weichen musste. Aber bei mehr als drei Milliarden javafähigen Geräten sollte das zu verschmerzen sein.
Außerdem habe ich jetzt wieder Platz für eine weitere obskure Programmiersprache. Go?
Es ist nicht zu fassen. In der Diskussion um einen offenen Brief an den werdenden Vater Sigmar Gabriel wird Cem Özdemirs sechswöchige Elternzeit allen Ernstes als Argument angeführt:
Dass Spitzenpolitik und Vaterschaft vereinbar sind, hatte 2009 Cem Özdemir bewiesen. Der Bundesvorsitzende der Grünen hatte sich damals Elternzeit genommen. Wenn auch nur für sechs Wochen.
Ich würde eher sagen: Cem Özdemir hat bewiesen, dass er seine familäre Situation politisch ähnlich effizient nutzen kann wie Helmut Kohl.
Die Süddeutsche Zeitung tadelt die Freund-Feind-Rhetorik im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf:
Moderne Staaten nehmen keine Nationen mehr zum Feind. Sie pflegen Bündnisse.
Wenn Klemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich-Winneburg zu Beilstein das noch erlebt hätte.
Google greift nicht nur bei überoptimierten Websites durch:
Schon im Januar 2012 hatte Google eine Art Straf-Algorithmus für Seiten eingeführt, die in ihrem oberen Bereich mit externer Werbung zugepflastert waren. Diesen „pay layout algorithm“ begründete Google damals damit, dass viele Nutzer es satt hätten, sich erst durch diverse Anzeigen zu scrollen, um endlich bei den wirklich gesuchten Inhalten zu landen. Unklar bleibt aber bis heute, wie viel Werbung für Google zu viel ist.
Wie man's nimmt. Googles Adsense-Team macht im März-Newsletter ziemlich deutlich, wo die Grenze liegt:
Lieber Publisher,
steigern Sie Ihre Einnahmen mit AdSense spürbar, indem Sie auf Seiten mit weniger als drei Anzeigenblöcken einen weiteren Anzeigenblock platzieren.
Obwohl ich seit einigen Monaten eine schöne, sauber erwürfelte Passphrase verwende, bin ich noch nicht auf der sicheren Seite: Zwar leidet meine Phrase nicht wie menschengemachte Ausdrücke unter einem Mangel an Randomität, erreicht aber gerade mal das Schutzniveau einer verschlossenen Bürotür. Nach dem ersten Schreck habe ich mich mit dem Sicherheitsbeauftragten auf die Phrase chevy kt macro infect leggy nit pious prima false
geeinigt und sie selbstverständlich nicht auf einem Zettel notiert.
Ein badischer Gesichtschirurg möchte es als neuer Vorsitzender der Großen Karnevalsgesellschaft von 1823 so richtig krachen lassen:
Sein Wahlspruch ist: In die Zukunft mit Eleganz, aber ohne Arroganz.
Man wolle auf hohem Niveau feiern, im Frack und stets im Gürzenich.
Ein Jammer, dass die Feierei verkleideter Plebejer außerhalb des Gürzenichs das Ansehen des Kölner Karnevals Jahr für Jahr beschädigt.
Anthony Vaccarello macht die unausgesprochene Körperfeindlichkeit der Haute Couture öffentlich, aber offenbar gilt der Bruch der Omertà in Paris als lässliche Sünde, anders als etwa antisemitische Ausfälle. Diese Haltung könnte einem die Branche fast sympathisch machen, wenn die verflixten Hosen der diesjährigen Frühjahrsmode nicht alle so kurz wären.
In der Süddeutschen Zeitung bricht Alex Rühle eine Lanze für die Bahn als Verkehrsmittel:
Jeder Zug fährt durch gestundete Zeit, während ein Auto einfach nur in den Tag hineinbraust: Kein Autofahrer wird sagen, so, Kinder wir sind um 14.02 Uhr in München los, also kommen wir um 19.32 in Hamburg an. Die Bahn muss das aus guten Gründen tun. Der Bahnfahrer, der um 19.40 immer noch durch die Vorstädte Hamburgs gondelt, hämmert dann vor dem Schaffner mit seinem Zeigefinger habichtgleich auf dieser Zahl herum: Hier steht's: 19.32. Wir sind acht Minuten zu spät!
Wohingegen der Autofahrer, der noch um halb zehn im Stau steckt, nur denkt: Tja, dauert eben.
Dem kann ich mich nur anschließen. Köln – Berlin: 1 Minute Verspätung, Berlin – Köln: 3 Minuten. Dermaßen pünktlich schaffe ich es an schlechten Tagen nicht mal vom Schlaf- ins Badezimmer.
Parallel zum Versuch, auch die Namensauflösung zu dominieren, möchte Google die Fundamente des Internets verbessern, unterstützt von Microsoft. Natürlich nur im Dienste der Nutzerinnen.
Trotz des umwerfenden Erfolgs des Ultraviolet-Systems bieten die Gebrüder Warner seit kurzem eine weitere Möglichkeit, das Nutzungsrecht für Filme mehrfach zu erwerben.
Das können die Ultravioletten natürlich nicht auf sich sitzen lassen: Bei Walmart können DVD-Besitzerinnen künftig für das Recht bezahlen, einige der auf ihren DVDs enthaltenen Filme unter Umständen eine gewisse Zeit lang aus dem Netz streamen zu können, wenn sie ein geeignetes Abspielgerät besitzen. Take that, Warner!