3.2. Die Herausbildung politisch unterschiedlicher Positionen in den Kolonien und in England

Zu den Kosten des siebenjährigen Krieges gab es zwei grundsätzliche Positionen: die „englische“, nach der der Krieg vor allem der Sicherung der Kolonien gedient hatte und deshalb auch von ihnen bezahlt werden mußte, und die „amerikanische“, nach der die Kolonien während des Krieges durch das Stellen von Geld und Soldaten ihre Pflicht getan hatten und nicht weiter belastet werden durften. Sowohl in England als auch in den Kolonien gab es Vertreter beider Positionen. Über den wirtschaftlichen Nutzen, den die Kolonien für England haben sollten, bestand Einigkeit, allerdings wollten die Kolonien neben den Zöllen und den billigen Rohstoffen keine weiteren Abgaben leisten. Interne Steuern sollten nur von den assemblies beschlossen werden. Dieser Auffassung stand der Status der Siedler als britische Bürger, die dem Parlament gehorsamspflichtig waren, entgegen. In der petition of rights waren König und Parlament gemeinsam zur Steuerfestsetzung für alle Untertanen berechtigt, die kolonialen charters waren dagegen uneindeutig. So wurde in der charter von Pennsylvania dem König ausdrücklich das Recht zugestanden, Steuern zu erheben, in anderen charters dagegen nicht. Die Rechtsposition der Kolonisten war deshalb ziemlich unsicher, andererseits konnten sie sich auf das im englischen Recht wichtige Gewohnheitsrecht (Zölle, aber keine Steuern) stützen. Der Konflikt beruhte somit auf einem Verfassungsproblem, die Kriegskosten waren nur der Anlaß.