Nicht nur heute, auch bei den Zeitgenossen galt die römische Republik als erstaunlich stabiles Gebilde. Der Historiker Polybios führt das auf die Partizipation unterschiedlicher Bevölkerungsteile am Staat zurück. Im 4. und 3. Jahrhundert konnten die verschiedenen Gruppen ihre Interessen noch vertreten. Der Zusammenbruch im 1. Jahrhundert wurde durch die wesentliche Veränderung der Struktur einzelner Teile verursacht, ein Interessensausgleich war nicht mehr gegeben. Damit veränderte sich auch der Staat, auch wenn Augustus am 13. Januar 27 v. Chr. von einer Wiederherstellung der Republik sprach. Die neue Form der Monarchie, das Prinzipat, blieb in Europa stilbildend bis ins 20. Jahrhundert.
Seit der Zeit des Polybios hatten sich Veränderungen in vier Problemfeldern ergeben: