7.3. Richard Cromwell

Nach dem Tod Oliver Cromwells funktionierte sein Apparat zunächst: er hatte seinen Sohn Richard in Anlehnung an die königliche Erbfolge als neuen Protektor bestimmt, statt auf einen bewährten Offizier zurückzugreifen. Das war ein Fehler, denn das Protektorat beruhte auf der Macht innerhalb der Armee, die Richard nicht besaß. Er wurde zum Spielball verschiedener Heeresgruppen und ließ sich von den Offizieren bedrängen. Die unter seinem Vater unterdrückten Spaltungen im Heer brachen auf und sorgten für weitere Verwirrung. Auch der Ausgleich zwischen Parlament und Armee gelang ihm nicht. Nachdem er die Situation erkannt hatte, zog er sich deshalb zurück und lebte als Privatmann noch 40 Jahre.

Die Armee setzte nun den Rump wieder ein, eine andere Heeresgruppe löste ihn nach zwei Monaten auf, er wurde erneut einberufen (diesmal mit den von Oberst Pride vertriebenen Abgeordneten) und löste sich schließlich selbst auf. In den folgenden Neuwahlen spielte der in Schottland stationierte General Monck eine wichtige Rolle: er führte sein großes Regiment nach London und arbeitete dort auf die Restauration Karls II. hin, der ihn dafür später zum Duke of Albemarle ernannte. Die Wahlen wurden nach dem alten Wahlrecht durchgeführt, nach dem auch Royalisten wählen druften, so daß das Parlament eine konsverative und royalistische Mehrheit hatte. Das 1660 eröffnete Parlament nannte sich convention, weil ein Parlament von einem König oder Protektor einberufen werden mußte.