Im 18. Jahrhundert vollzog sich der Übergang von vorwiegend mündlicher zu schriftlicher Verbreitung von Informationen und damit die Entstehung von Öffentlichkeit. Um 1700 wurden Nachrichten oft noch von ballad singers oder über vorgelesene Flugblätter (broadsheets) rezipiert. Auch politische Verhandlungen wurden bis zur Niederschrift eines endgültigen Gesetzestextes meist mündlich geführt. Das Vorlesen nahm einen breiten Platz im öffentlichen Leben ein, auch die wenigen Bücher und Zeitschriften wurden auf öffentlichen Plätzen oder im privaten Kreis verlesen. Die Entstehung eines leistungsfähigen maschinellen Druckmarktes konnte diese Situation natürlich nicht sofort verändern, solange die Lesefähigkeit sich nicht steigerte. Das genaue Ausmaß des Analphabetismus ist schwer auszumachen: nicht alle Bürger, die ihre Unterschrift unter Verträge setzen konnten, mußten auch lesen können. Die Verbreitung von Schulen sagte wenig über den tatsächlichen Schulbesuch aus. Nach groben Schätzungen konnten zwischen 50 und 60% der Bevölkerung lesen, im Schnitt mehr Männer als Frauen, in großen Städten mehr als auf dem Land. Allerdings läßt die starke Zunahme von Büchern für die Unterschichten im Laufe des 18. Jahrhunderts auf eine steigende Lesefähigkeit schließen.
Weitere Voraussetzungen für die Verbreitung von gedruckten Informationen waren die rechnischen Verbesserungen im Buchdruck, vor allem aber die faktische Abschaffung der Vorzensur: 1662 wurde der printing act, der eine spezielle Lizenz für jede Veröffentlichung vorschrieb, zum letzten Mal erneuert. Diese Zensur war kaum zu unterlaufen, weil im ganzen Land nur 20 sog. masterprinters die Erlaubnis zum Drucken hatten. Jede andere Druckerpresse war damit illegal und konnte sofort eingezogen werden. Weil die Gesetze damals üblicherweise befristet waren, lief der printing act 1695 aus und wurde nicht mehr erneuert. Damit gab es nur noch eine Nachzensur und Zeitschriften wurden möglich. Zu den ersten gehörten die Flying Post, der Postboy und der Postman, die mehrmals wöchentlich erschienen. 1702 wurde in London die erste Tageszeitung (der vom Schatzkanzler finanzierte Daily Current), 1706 die erste Abendzeitung (die London Evening Post) gegründet. Die meisten dieser Blätter waren (bis auf die von offizieller Seite gesponserten) regierungskritisch und konnten einen gewissen Druck auf die Mächtigen ausüben.
Die Zeitschriften lagen in London in den Clubs aus und wurden per Post in die Provinzen verschickt, üblicherweise an politisch interessierte Landadelige und Grundbesitzer. Die Hefte wurden neben den „Abonnenten“ selbst von deren Familie und Bedienstete gelesen, so daß eine Auflage von 500 bis zu 10.000 Leser bedeutete. Das Konzept der frühen Publikationen war meist sehr einfach, sie bestanden aus zwei Blättern mit Neuigkeiten aus Politik und Wirtschaft sowie Werbung und hatten eine kurze Lebensdauer von durchschnittlich etwa fünf Jahren. Leitartikel, die das Profil einer einzelnen Zeitung hätten schärfen können, gab es nur in den teilweise auch täglich erscheinenden „moralischen Wochenschriften“ (journals oder periodicals), die statt der Meldungen Kommentare zu verschiedenen Themen brachten. Beispiele waren der Examiner (die Parteizeitung der Tories) oder der mit einer Auflage von 3.000 äußerst erfolgreiche Spectator (später mehrfach als Buch aufgelegt). Die gut lesbaren Essays behandelten Mode, Kultur, Moral, Politik und Wirtschaft. Das 1731 gegründete Gentleman’s Magazine hatte bereits echten Magazincharakter mit einem Feuilleton, politischen Diskussionen, historischen Beiträgen und Reiseberichten. Der Großteil der Beiträge wurde freiwillig und ohne Honorarforderung von interessierten Lesern eingeschickt, erst langsam setzten sich bezahlte Auftragsschreiber (hack writers) durch. Es entwickelten sich verschiedene Sparten (Frauenzeitschriften, Literaturmagazine, politische Hefte) und die Auflagen stiegen auf 10.000 bis 15.000 Exemplare.
Neben den Zeitschriften konnten sich durch das Ende der Vorzensur auch die chapbooks rasch verbreiten. Diese für die Unterschichten geschriebenen Romane handelten von niedriggeborenen Helden, die gegen Moral und Gesetz leben und zum Schluß vorteilhaft heiraten. Sie bestanden aus 8–24 Seiten und wurden von fahrenden chapmen verkauft. In den Augen der Herrschenden verdarb diese Lektüre natürlich das Volk und störte die soziale Hierarchie. Dagegen standen die beliebten Romane – eine im 18. Jahrhundert entstandene Kunstform – wie Robinson Crusoe oder Gulliver’s Travels auch bei den Mittelschichten hoch im Kurs. Außer den chapmen verdienten am Boom des Buchmarktes auch die Verleger (bookseller) und Drucker (printers), die ein zusätzliches Geschäft mit der Herstellung von Werbekatalogen und Postern machten. Der Buchhandel dagegen war noch nicht allein lebensfähig, in den meisten Läden wurden Bücher nur unter anderem verkauft. Weil Bücher weiterhin ein teures Luxusgut blieben, entstanden sog. circulating libraries (Leihbüchereien) mit einer Jahresgebühr von 12 Schilling und Buchclubs, die sich gemeinsam bestimmte Bücher kauften. Noch billiger war die Nutzung der kirchlichen Bibliotheken und das Lesen in den coffee houses.