10 Elemente nationaler Identität im 18. Jahrhundert
Kunst – Insgesamt ist die Entwicklung der englischen Hochkultur im 18. Jahrhundert von drei Faktoren geprägt:
Die Kunst bewegte sich aus den Palästen in das neu entstandene öffentliche Interesse an ihr.
Die Künstler professionalisierten sich und gelangten zu Ansehen.
Der Kreis des nationalen kulturellen Erbes wurde deutlicher. Man betrachtete britische Kunst als Ausdruck des britischen Charakters. Shakespeare kam zu neuen Ehren: Während seine Nichtbeachtung antiker Regeln noch im 17. Jahrhundert gerügt wurde, galt sie nun als Ausdruck seiner echt britischen Freiheitsliebe.
Religion – Der Protestantismus war trotz der Aufklärung im 18. Jahrhundert in der Bevölkerung als staatstragende Haltung anerkannt. Freigeistige Philosophen wie David Hume hatten einen schweren Stand gegen die tiefverwurzelte Frömmigkeit, die auch durch „Religionskriege“ mit katholischen Ländern (Spanien) gefestigt wurden.
Freiheit – Mit dem Begriff der Freiheit grenzte sich England gegen die „Tyrannei“ der kontinentaleuropäischen katholischen Nationen ab, die in „doppelter Knechtschaft“ (König und Papst) lebten. Seit der Glorreichen Revolution sprach man sogar vom „System der Freiheit“.
Privateigentum – Die Unantastbarkeit des private property war Gesetz, jede Abgabe wurde von den Bürgern bzw. dem Parlament genehmigt. Man war stolz auf den englischen Reichtum.
Handel – Die gewaltigen Handelszuwächse waren die Quelle des Reichtums. Allerdings hatte man ein ambivalentes Verhältnis zum neuen Wohlstand: Die oberen Schichten fürchteten die Versuchung des Luxus und die „römische“ Dekadenz. Unumstritten war nur der Stolz auf die Macht Englands (nicht des Empires!)
Zivilisationsstand – Die Engländer fühlten sich dem kontinentalen Europa gesellschaftlich und kulturell weit überlegen, was allerdings vor allem im Vergleich zu Frankreich nur teilweise berechtigt war.
Frauen – Ohne daß sich an den tatsächlichen Macht– und Lebensverhältnissen etwas änderte, schwärmte man von der Intelligenz und politeness der emanzipierten englischen Frauen – die im 19. Jahrhundert schon wieder als „Blaustrümpfe“ verschrien waren.
Empfindsamkeit und Humanität – In England angeblich schon seit dem Mittelalter verbreitet.