Obwohl die Bildung und Aufklärung der Arbeitermassen ein ursprüngliches Ziel der Marxisten war, richteten sich ihre Angriffe auf die Bildung der Intellektuellen. Bei den Linksmarxisten speiste sich die Wut aus dem Proletkult, der alle bürgerlichen Kulturwerte (also auch Bildung) ablehnte, und den Intellektuellen deshalb einen besonderen „Bildungs-Hochmut“ vorwarf, der sich vorzüglich mit „Führer-Attitude“ und „Bürgerlichkeit“ verbinden ließ. Aber auch im „Offenen Brief“ des EKKI von 1925 war von „Anmaßung“ die Rede, Ruth Fischer wurde „wahnsinniger Selbstüberhebung“ bezichtigt. Clara Zetkin warf den Intellektuellen allgemein die „Pose von Herrenmenschen“ sowie „Feigheit und Dünkel“ vor. Bei diesem Merkmal fällt die große Menge von Wörtern auf, die zu seiner Beschreibung verwendet werden. Anders als bei den bisher genannten Merkmalen lässt sich deshalb kein einzelnes „Kenn-Wort“ ausmachen, das einen unmittelbaren Schluss auf „Intellektueller“ zuließe. Bei Beschimpfungen gegen „Führer“ oder „Individualisten“ war dagegen sofort klar, gegen wen es ging. Dagegen ist die Bildung des „Intellektuellen“ die Verständnisvoraussetzung für ein anderes Merkmal, das sehr wohl ein standardisiertes Kennwort gefunden hat: „fremd“. Dieses Merkmal ist allerdings nur vor dem Hintergrund der anderen hier vorgestellten Vorwürfe zu verstehen und wird daher an den Schluss gestellt.