6.3. Die Digger

Während man den Levellern die Abschaffung des Privateigentums zu Unrecht nachsagte, forderten die radikalen Digger diese wirklich. Über ihre Tätigkeit ist nicht viel bekannt, z.B. ist die digging community von Buckinghamshire nur wegen ihrer Pamphlete light shining in Buckinghamshire und more light shining in Buckinghamshire (Dezember 1648 / März 1649) bekannt. Gerard Winstanley, der theoretische Kopf der Digger, war Neoplatonist und glaubte an Gottes vernunftgeprägte Anwesenheit in der Welt. Sein Ziel war ein harmonisches Leben, dessen Voraussetzung die Verwirklichung der natürlichen Menschenrechte war. Zu diesen Rechten gehörte allerdings auch die gemeinsame Nutzung der gesamten Erde, also die Abschaffung des Privateigentums. Zwar sollten (Gebot der Friedfertigkeit) keine Besitzenden enteignet werden, aber der common ground, das normalerweise von Dorfgemeinschaften genutzte Gemeindeland, wurde von digging communities in Gebrauch genommen und bebaut. Das im Krieg konfiszierte Land sollte an Arme verteilt werden. Dagegen leisteten die Autoritäten erheblichen Widerstand, denn die extrem radikalen Forderungen der Digger hätten die soziale Ordnung vollständig aufgelöst. Nach der Gründung der ersten digging community in George Hill (an der auch Winstanley selbst beteiligt war), folgte bereits im Juni ein Prozeß und die Auflösung der Gruppe, auch an anderen Stellen wurden die Digger entweder juristisch oder sogar militärisch bedroht. Mit dem Einsatz von Truppen endete die Digger-Bewegung.