7.1 Politik

Die Beschäftigung mit dem Gemeinwohl wurde im 18. Jahrhundert in Anlehnung an die Antike als hochstehendes Betätigungsfeld gebildeter Männer betrachtet. Das zynische Bild von einzelnen Politikern wie Walpole, die nicht den Erwartungen der Öffentlichkeit entsprachen, kontrastierte mit einem durchaus positiven Politikverständnis. Unter den Politikern selbst bestand ein sehr breiter Konsens über die zu erreichenden Ziele , sogar die Parolen glichen sich, auch wenn sie mit unterschiedlichen Inhalten gefüllt wurden. Hinter den verschiedenen politischen Richtungen standen u.a. die Staatsauffassungen von John Locke und Thomas Hobbes. Locke bezog sich 1690 auf das natural law der Familienväter, selbständig über ihre Angelegenheiten zu entscheiden (ein Verweis auf die patria potestas). Von diesen Rechten geben sie einen Teil an einen Souverän (Monarchen) ab und erhalten dafür Schutz und Führung. Beim Bruch des gegenseitigen Vertrages durch den Herrscher haben sie das Recht, ihm die Gefolgschaft zu verweigern. Dieses Vertragsmodell diente den real whigs oder commonwealthmen, den Vertretern einer Volkssouveränität, als Legitimation ihres politischen Programms. Dagegen standen die Tories, deren Anschauung sich teilweise mit der 1750 veröffentlichten Schrift Leviathan von Thomas Hobbes deckte. Allerdings waren Hobbes Thesen so radikal absolutistisch, daß sich auch der in Frankreich lebende Stuart-Erbe davon distanzierte.

Entscheidend für das Verständnis der politischen Mentalität sind die zentralen Begriffe der damaligen Diskussion:

Insgesamt traten die Konservativen für eine Bewahrung der politischen Hierarchie und Gehorsam als zentrale Tugend ein, die progressiven real whigs forderten dagegen Gleichheit und Mitbestimmung der Bürger.