Die Beschäftigung mit dem Gemeinwohl wurde im 18. Jahrhundert in Anlehnung an die Antike als hochstehendes Betätigungsfeld gebildeter Männer betrachtet. Das zynische Bild von einzelnen Politikern wie Walpole, die nicht den Erwartungen der Öffentlichkeit entsprachen, kontrastierte mit einem durchaus positiven Politikverständnis. Unter den Politikern selbst bestand ein sehr breiter Konsens über die zu erreichenden Ziele , sogar die Parolen glichen sich, auch wenn sie mit unterschiedlichen Inhalten gefüllt wurden. Hinter den verschiedenen politischen Richtungen standen u.a. die Staatsauffassungen von John Locke und Thomas Hobbes. Locke bezog sich 1690 auf das natural law der Familienväter, selbständig über ihre Angelegenheiten zu entscheiden (ein Verweis auf die patria potestas). Von diesen Rechten geben sie einen Teil an einen Souverän (Monarchen) ab und erhalten dafür Schutz und Führung. Beim Bruch des gegenseitigen Vertrages durch den Herrscher haben sie das Recht, ihm die Gefolgschaft zu verweigern. Dieses Vertragsmodell diente den real whigs oder commonwealthmen, den Vertretern einer Volkssouveränität, als Legitimation ihres politischen Programms. Dagegen standen die Tories, deren Anschauung sich teilweise mit der 1750 veröffentlichten Schrift Leviathan von Thomas Hobbes deckte. Allerdings waren Hobbes Thesen so radikal absolutistisch, daß sich auch der in Frankreich lebende Stuart-Erbe davon distanzierte.
Entscheidend für das Verständnis der politischen Mentalität sind die zentralen Begriffe der damaligen Diskussion:
- Das Volk bzw. die Bürger waren Menschen, die sowohl geistig als auch materiell unabhängig waren, d.h. die reicheren mittleren Schichten und der Landadel. Finanziell Abhängige konnten sich nach damaliger Definition keinen freien Willen leisten und hatten auch nicht die nötige Bildung für politische Entscheidungen. Außerdem seien sie zu sehr auf ihr eigenes und zu wenig auf das Gemeinwohl bedacht. Diese exklusive Definition des Volkes galt für alle politischen Richtungen.
- Unter den Bürgern sollte Gleichheit herrschen.
- Die public virtue wurde von allen Teilen der Bevölkerung erwartet: diese öffentliche Tugend gehörte zu den Eigenschaften einer starken Nation und war die Grundlage jeder freiheitlichen Regierungsform und der Unabhängigkeit. Differenzen gab es in der inhaltlichen Beschreibung der public virtue: für die Konservativen galt der Gehorsam gegen die Gesetze als Tugend des Volkes, die Selbstaufopferung für das Gemeinwohl durch rastlose Arbeit an den Gesetzen als Tugend des Adels und des Monarchen. Ihre Gegner betrachteten dagegen den ständigen Widerstand gegen die Pläne der Mächtigen als adäquate Selbstaufopferung. Daß die Pläne immer abzulehnen waren, erklärten sie mit der Parole „Macht korrumpiert“. Die Natürlichkeit des Machtstrebens hatte Thomas Hobbes dargelegt: Nur wer Macht hat, kann seinen Status sichern.
- Luxus bildete den Gegenbegriff zur public virtue und bezeichnete jedes unstandesgemäße Leben, das eine Nation verweichlicht und schwächlich werden lasse. Ein steigender Lebensstandart der Bevölkerung galt deshalb als äußerst gefährlich und wurde mit Mitteln wie der Festsetzung von Maximallöhnen bekämpft.
- In einer quasi-religiösen Sphäre bewegten sich Freiheit und Eigentum, die unter allen Umständen geschützt werden mußten. Der Wohlstand des Landes galt auch als Gradmesser seiner Freiheit, denn während unfreie, von Tyrannen beherrschte Völker ausgebeutet wurden, prosperierten freie Nationen. Für die real whigs bedeutete Freiheit natürlich auch Selbstbestimmung, für die Konservativen ergab sich aber ein argumentatives Problem: Wie konnten sie Gehorsam fordern und trotzdem für die Freiheit eintreten? Jonas Hamway, einer ihrer Sprecher, nannte alle Söhne Britanniens frei geboren, aber nicht frei zur Selbstbestimmung. Die wahre Freiheit bestehe im Gehorsam gegenüber den Eltern, dem Parlament und dem König. Ein Kernpunkt der Freiheit war die vielgerühmte „Pressefreiheit“, die nichts anderes bedeutete, als daß keine Vorzensur stattfand – mißliebige Schriften konnten trotzdem nach ihrer Veröffentlichung verboten werden. Sie galt zwar als Prüfstein anderer Freiheiten, sollte aber nach dem Willen der Tories nicht völlig unbeschränkt gelten.
Insgesamt traten die Konservativen für eine Bewahrung der politischen Hierarchie und Gehorsam als zentrale Tugend ein, die progressiven real whigs forderten dagegen Gleichheit und Mitbestimmung der Bürger.